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Re: Sklavengesetze

Manouk Gersan @, Tuesday, 19. December 2006, 15:22 @ Hrassiss


Als Antwort auf: Re: Sklavengesetze von Hrassiss am 19. Dezember 2006 13:22:44:

Frauen waren nichts anderes, als Besitz des Mannes, insofern nicht viel anderes als Sklaven. Zumindest in Griechenland hatten sie in der Regel eine ziemlich untergeordnete Stellung. Sie waren ihrem Vater hörig, der sie einem Fremden zur Frau gab. Danach waren sie diesem hörig und fast schon so etwas, wie dessen Besitz. Ihre Aufgabe war es, demjenigen Kinder zu gebären und nun dem neuen Hausstand zu dienen und für dessen Einkommen mit kleineren Arbeiten beizutragen. Sie durften nicht frei entscheiden und das Haus nicht verlassen, wenn ihr Mann es nicht gestattete, auch nicht nach Lust und Laune am gesellschaftlichen Leben teilnehmen wie die Männer. Ihre Stellung unterschied sich also nicht so sehr von Sklaven. Denn auch diese waren stets dem Patron hörig, sie durften keine eigenen Familien haben (Ihre Kinder waren automatisch meist der Besitz des Sklavenhalters), sie konnten auch nicht frei entscheiden was sie tun und mussten stets die Anweisungen ihres Besitzers befolgen (etwas das in einer Gesellschaft, in der man persönliche Freiheit und Entscheidungsgewalt als das höchste Gut ansieht, ungemein erniedrigend ist). Sowohl Frauen als auch Sklaven konnte man bestrafen, eben auch mit Gewalt, ihre Stellung unterschied sich also nicht so sehr. Gleiches galt auch für Kinder, die waren nichts anderes als kleine Erwachsene und dem Vater Untertan. Nichtsdestotrotz war sowohl Mord als auch unbegründetes Bestrafen, auch sie zu Handlungen zwingen, die in der jeweiligen Gesellschaft als unmoralisch galten oder gar gegen religiöse Normen verstießen, gleich ob bei Sklaven oder anderen Personen eines Hausstandes, verboten und unter Strafen gestellt. Inwieweit aber jemand sich den Sklaven annahm, die ja selbst keine Prozesse anstrengen konnten, ist eine andere Frage. Auch hatte Sklaven meist keinen Schutz in Sachen politischer Rechte, galten nicht als Bürger der jeweiligen Stadt, etwas dass Frauen und rechtmäßige Kinder ihnen voraus hatten.
Was Sklaverei nie war, ist eine pauschalisierte Form, wie wir sie uns heute am Beispiel der nordamerikanischen Sklavenhalter kennen. Sie war eben in jeder Zeit ganz unterschiedlich geregelt und auch wie viele Rechte Unfreie und Sklaven genossen, unterschied sich in den einzelnen Epochen unserer Geschichte. Ein Sklave in Griechenland hatte es meist weit besser als einer in Rom, oder einer in der Neuzeit. Leibeigene Bauern des Mittelalters standen gar nicht mal so schlecht da und lebten sogar gesünder und länger, verglichen sogar mit freien Bauern der Zeiten danach (insbesondere der des 30 Jährigen Krieges und manch anderer Epoche der Neuzeit). Pauschalisierung ist also das was falsch ist und zu sagen Sklavengesetze wie die Eluriens seien unrealistisch ist Blödsinn. Es ist eben in Elurien aus irgendeinem Grund zu "humaneren" Entwicklungen gekommen. Was man sich aber eher fragen sollte, wie viele würden sich den Sklaven annehmen und sie schützen, wenn jemand gegen die Gesetze verstößt, wie viele würden es merken und Sklaven glauben. Was darf man sich außerdem ihnen gegenüber rausnehmen, sie dürfen ja offensichtlich nichts ohne Einverständnis des Besitzers tun, dürfen sie an der kurzen Leine hängen und sicher wird man sie auch mit gewisser Gewalt strafen dürfen (wie wäre Schlafentzug und schlechtes Essen, wer will das nachweisen?), sowie dergleichen mehr. Da gibt es ja wohl genug, was Sklaven von Freien unterscheiden dürfte und manches was man in Grauzonen ihnen antun kann.

Ich persönlich sehe es so, dass es für das Spiel erst so richtig spannend wird, wenn es auch echte Konsequenzen hat. Was für mich bedeuten würde, der Käufer hat eigentlich absolute Macht über den Sklaven.

Aber letztenlich entscheidet doch auch die Situationen und Einstellungen der einzelnen Charaktere über die Lage in der sich der ´Sklave´ befinden wird. Hat man eine/n fiese/n Herr/Herrin, der/die auch noch einflussreich und wohlhabend ist, kann der/die wahrscheinlich so gut wie alles mit ihm/ihr machen, auch töten. Ist schliesslich heute noch so.


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