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Ein paar Gedanken...

Thomas @, Friday, 29. June 2007, 16:23 @ Shadom


Als Antwort auf: Einfach ausprobieren? von Shadom am 28. Juni 2007 18:16:54:


Hallo.

Nimm mir meinen Kommentar nicht persönlich, aber ich halte dein Vorgehen wirklich nicht für sehr sinnvoll. Und ich glaube jetzt auch zu verstehen, warum du damals keinen Spaß bei Chrestonim hattest. Wenn man soviel Zeit in die Charakterentwicklung steckt, dann will man sich seine Figur eben nicht durch "einfaches Spiel" kaputt machen lassen. Ich persönlich halte dein Vorgehen für nicht sehr sinnvoll und sogar für kontraproduktiv. Da es sehr nah an das Geschichtenerzählen geht und das ist etwas, was in Chrestonim eben oft zu kurz kommt. Denn Chrestonim ist kein Buch, sondern einfach nur das Zusammenspiel mehrere Spieler, die alle ihre Charaktere verkörpern. Da gibt es Spieler, die eben nach der Arbeit nur ein wenig Spaß haben wollen und keine halben Romane schreiben, da gibt es Storyspieler, die auch eine nette Geschichte erleben wollen und etwas mehr schreiben und auch stylischer schreiben und da gibt es aber genausogut rücksichtslose Machtspieler, die ihre Ziele verfolgen. Und natürlich gibt es diverse Mischformen (scheiss Schubladendenken *g*). Das ist vielleicht einer der Gründe, warum du damals enttäuscht warst, weil es eben nicht nur solche Hardcore-Geschichtenspieler gibt, sondern auch die anderen Fünf-Satz-Spieler, die sich halt ganz einfach nicht so viele Gedanken zu ihren Figuren und der Umwelt machen. Die Kunst an Chrestonim ist es, sich seine Nische zu finden und gleichzeitig mit allen anderen Spieler in Kontakt zu bleiben.

Es ist ja schön und gut, dass du in der Zeit wo wir anderen 40 Beiträge schreiben, gerade mal deine Hintergrundgeschichte fertig bekommst. Allerdings bezweifel ich persönlich, dass das sonderlich sinnvoll für das Spiel ist. Ich hab schon öfter in meiner Funktion als Spielleiter erlebt, dass da Anmeldungen über mehrere DinA4-Seiten reinkamen, wo der Spieler sich sicherlich eine ganze Weile Gedanken gemacht hat und alles war beschrieben, die Vergangenheit bis ins Detail festgelegt. Und dann als das Spiel losging, haben diese Spieler nicht richtig ins Spiel gefunden. Die Figur war zu festgelegt, das Spiel lief anders als man vorher dachte, die anderen reagieren nicht so, wie man es selbst am liebsten hätte, man konnte sich nicht so recht einbringen oder wollte es nicht, weil es den vorherigen Hintergrundbeschreibungen entgegenspricht und man da doch sehr viel Zeit und Energie reingesteckt hat. Kurz, die Figur kam nicht so zur Geltung, wie man es gerne hätte, als man die Figur entwickelt hat. Und da hört der Spaß dann auf.

Ich selbst habe mich damals (ich hatte keinerlei Rollenspielerfahrung, ich habe auch bis heute kein P&P gespielt) mit einer Hintergrundbeschriebung bestehend aus 5 Sätzen angemeldet, nachdem ich mir eine Stunde die Weltbeschreibung durchgelesen habe. Und in den ersten Wochen im Spiel habe ich während des Spiels meiner Figur weiteren Hintergrund hinzugefügt, weil ich je länger ich mitgespielt hatte, immer mehr ein Gefühl dafür hatte, was in diese Welt und zu meiner Figur passte, was wichtig war und auch mein Spiel (und damit das der anderen Mitspieler) bereicherte. Sicher könnte man jetzt sagen, dass eine solche Figur doch sehr platt wäre, allerdings sage ich dagegen, dass mir damals niemand sagte, dass ich eine platte Figur spielte, weil ich während des Spiels die Figur sinnvoll erweiterte. Und in der Konsequenz entstand mittlerweile eine Figur mit realer Geschichte, interessanten Hintergrund, der sich aber nicht in den Vordergrund drängt, sondern die Ereignisse im Spiel nur unterstreicht. Heute merkt niemand mehr, dass ich mir damals nur wenige Gedanken um meine Figur machte, sondern nur schnell mal ein wenig reinschnuppern wollte.

Sicher, meine Vorgehensweise ist auch nicht ideal, genausowenig, wie ich die deine als ideal bezeichnen würde. Perfekt wäre wohl ein Mittelding aus beidem. Eine Figur, die einen groben Hintergrund hat, an dem man ansetzen kann und auch schon ein wenig charakteristische Züge, allerdings nicht festgeschrieben, sondern so, dass man später da auch noch im Spiel ansetzen und auch eingreifen kann, wenn es nicht passt, ohne die Figur gleich zu vergewaltigen und den gesamten Hintergrund damit zu zerstören.

Deswegen hier nun mein Rat, dieses Mal doch nur 20 Forenbeiträge lang die Zeit in die Entwicklung des Charakters zu stecken und die restlichen 20 Beiträge lang Zeit direkt in das Spiel zu investieren, um dem Charakter eine direkte Bindung zum Spiel zu verpassen. Diese Zeit kann so viel sinnvolelr für alle genutzt werden, indem Ideen in das Spiel direkt genutzt werden, indem die anderen Spieler so auch etwas davon haben. Ein perfekt ausformulierter Charakterhintergrund schön und gut, aber viel wichtiger ist die Kommunikation zwischen den Spielern, auf Foren, in Chats und Mails. Im übrigen gebe ich dir auch noch den Tipp während der Charaktererstellung schon Kontakt zu den zuständigen Spielleitern oder auch zu Spielern zu suchen, um auszuschließen, dass du einen Haufen schreibst und dann die Hälfte garnicht zum derzeitigen Spiel in der jeweiligen Stadt passt oder bestimmten Dingen entgegenspricht.

Das sind lediglich ein paar Anregungen eines schon eine Weile hier mitmachenden Spielers, was du letzendlich tust, ist gänzlich dir überlassen. Ich will dich keineswegs bevormunden und dich in irgendeine Richtung drängen.

Gruß,
Thomas


http://dbfone.blogspot.com/

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